Collection

Adalbert Trillhaase
1858–1936

Die Hexe von Endor, um 1928
Öl auf Leinwand / 100 x 68,5 cm
Inv.-Nr. 1965Ma081
Erworben 1965

Adalbert Trillhaase ist der bedeutendste Vertreter der naiven Malerei in Deutschland. Erst mit 60 Jahren malt er 1918 seine ersten Bilder. Das Neusser Museum besitzt die größte öffentliche Sammlung von Adalbert Trillhaase, dem „deutschen Rousseau“.

„Die Hexe von Endor“ zeigt eine Szene aus dem Alten Testament. Im Ersten Buch Samuel wird geschildert, wie König Saul eine Wahrsagerin aufsucht. Als sie – wie von Saul gewünscht – den Geist des verstorbenen Propheten Samuel heraufbeschwört, sagt dieser ihm das Ende seiner Macht voraus. Trillhaase gestaltet die Szene als ein Sinnbild der Hilflosigkeit. Der mächtige König wird zum Symbol des modernen Menschen und seiner inneren Konflikte. In den einfach gezeichneten Gesichtern spiegeln sich unmittelbar die Emotionen der Handelnden.

Nicht minder eindrücklich erscheint „Der gefangenen Juden Klagelied“. Das Gemälde verbildlicht den 137. Psalm, der die tiefe Trauer der in Gefangenschaft geratenen Juden zum Ausdruck bringt. Von Trauer überwältigt scheint keinem ein Klagelied über die Lippen zu kommen. Allein der babylonische Wächter, der rechts unter dem Baum hervortritt, scheint sein eigenes Lied zu singen, nach dessen Rhythmus er seine rechte Hand schwingt.

 

Der gefangenen Juden Klagelied, um 1925
Öl auf Leinwand / 100 x 68 cm
Inv.-Nr. 1987II.103
Erworben 1987 mit Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Clemens-Sels-Museums e.V.