Collection

Henri Matisse
1869–1954

#####???? Zuordnung Bild/ Text######
Jazz – Jazz, 1947
Künstlerbuch mit 15 doppel- und fünf einseitigen Farbdrucken nach Papierschnitten
auf losen Doppelbogen, Textseiten in Manuskriptform
Siebdruck auf Vélin d'Arches (Schablonendruckverfahren unter Verwendung der Gouachefarben von Matisse)
42,5 x 32,8 cm (Blatt) / 2° (Buch)
Bezeichnet u. M. im Druckvermerk in Blei: H. Matisse
Verlegt von Les Éditions Verve, Tériade Editeur, Paris 1947, Exemplar 219/250
Inv.-Nr. 2010.072
Vermächtnis Dr. Irmgard Feldhaus 2010

Das berühmteste Beispiel für Matisses „Papiers découpés“ („zerschnittene Papiere“) ist das Künstlerbuch „Jazz“. Er beginnt mit dem Schnitt der Schere in das mit Gouachefarbe bemalte Papier und arrangiert die Motive auf einer Leinwand. Für die aus dem Zirkus entlehnte Bildwelt ist die Tafel XI „Die Codomas“ein schönes Beispiel. Matisse nutzt das Querformat, um mit abstrahierten Formen in leuchtend bunter Farbigkeit das Bild zweier Artisten wachzurufen, die über das Publikum hinwegfliegen. Dabei gelingt es ihm, nicht nur Farbe und Kontur zu einer Synthese zu bringen, sondern auch trotz des flächigen Scherenschnitts eine nicht illusionistische Form von Räumlichkeit entstehen zu lassen. Die Lagunen-Motive sind wiederum von einer Reise inspiriert, die Matisse 1930 nach Tahiti unternahm. Ein besonderes Beispiel ist die Tafel XVIII „Die Lagune“. Mit der Reihung der gelappten Ausformungen findet er zu einer Figur, die ihm für das Austarieren von Motiv, Untergrund und körperhaftem Eindruck besonders entgegenkommt. Trotz der Heterogenität gelingt es Matisse, die Tafeln mit ihrer einheitlichen Technik und dem Text in seiner großzügigen Handschrift zu einem geschlossenen Ganzen zu verbinden.

 Die Codomas, aus: Jazz, 1947, Tafel XI
Die Lagune, aus: Jazz, 1947, Tafel XVIII