Collection

Künstlername
Künstlername

Jürgen Paatz

*1943

Ohne Titel, 1974
Öl auf Leinwand, Grafit, poliert / 140 x 125 cm
Inv.-Nr. 1992II.025 / Erworben 1992

Das Bild „Ohne Titel“ von 1974 stellt aufgrund seiner betonten Stofflichkeit und zurückgenommenen Farbigkeit ein wichtiges Beispiel für die frühe Werkphase von Jürgen Paatz dar. Zunächst erscheint das schwarze Bild monochrom. Tritt man jedoch näher, löst es sich in vertikale und horizontale Pinsellagen auf, die die Fläche in vier quadratische Felder unterteilen. Zu seinem dynamischen Arbeitsprozess erläutert Paatz: „In ihm entwickeln sich Bewegungen, Rhythmen, Richtungen durch ein gestisches Ausbreiten von Farbmaterie oder Masse und Gewicht durch Verdichten. Farbe wird als Substanz verdeutlicht, es entstehen Oberflächen mit haptischen Qualitäten. Farbe auch zum Ertasten, zum Begreifen.“ Abhängig von Intensität und Dichte des Auftrags sowie vom Standpunkt und Lichteinfall offenbart diese Materie unzählige Nuancen. Während hier die körperliche Auseinandersetzung mit dem Bild, der Farbe und dem Material ablesbar bleibt, lässt das spätere Triptychon die ab Ende der 1970er-Jahre vollzogene Zurücknahme von Stofflichkeit und taktiler Oberfläche zugunsten von Farbe und ihrer Wirkungsweise erkennen. Abermals verbindet Paatz mehrere in Form und Farbe nahezu gleiche Teile zu einem visuellen Ganzen. Er überführt sein Farbempfinden in drei hellgraue Tafeln, die feine Linienstrukturen in zarte Schwingungen versetzen. Durch das Nebeneinander appelliert Paatz an die Wahrnehmung und lädt zum vergleichenden Sehen ein. Es ist wiederum allein die Farbe, die seiner Malerei meditative Ruhe und zurückhaltende Distanz verleiht.

Ohne Titel (Triptychon), 1997
Eitempera auf Nessel / Je 130 x 120 cm
Inv.-Nr. 2009.035 / Schenkung des Künstlers, 2009
Vier Bilder aus der Serie „für Josef“, 2010
Acryl auf Leinwand / Je 60 x 50 cm
Bezeichnet auf der Rückseite: STÄHLI / 2010
Inv.-Nr. 2011.003,1–4 / Erworben 2011