Collection

Max Ernst
1891–1976

Mundus est fabula – Die Welt ist eine Fabel, 1959
Öl auf Leinwand, Dekalkomanie, Grattage / 55 x 65 cm
Bezeichnet u. r.: max ernst, geritzt: max ernst
Dauerleihgabe der Landesregierung Nordrhein-Westfalen seit 1965

„Visitenkarten eines Zauberers“ nennt der Dichter André Breton die Collagen von Max Ernst, die in Paris zu Beginn der 1920er-Jahre Aufsehen erregen und seine Aufnahme in den Kreis der Surrealisten ermöglichen. Max Ernst findet in der Technik der Verfremdung seinen Weg zu einem facettenreichen Kunstschaffen und ersinnt immer neue bildnerische Techniken zur Herstellung magischer Traumbilder. Neben der Collage entwickelt er die Frottage, das Durchpausen zufällig entdeckter Naturformen und Strukturen, als bildnerische Entsprechung zur surrealistischen Poesieform der „Écriture automatique“ („automatisches Schreiben“). Auf diese Weise entsteht das subtile Stillleben „Zwischen Mauern wachsen Blüten hervor“. Auch die Ausführung des Spätwerks „Die Welt ist eine Fabel“ verdankt sich den bewährten Mechanismen des Zufalls. Max Ernst verwendet die Techniken der Grattage, des Abkratzens übereinanderliegender Farbschichten, und der Dekalkomanie, bei der die noch feuchte Farbe mit einer Glasplatte flachgedrückt wird, so dass beim Abheben eine komplexe Oberflächentextur entsteht. Die drei kreisförmigen Gebilde scheinen aus einem Mikro- oder Makrokosmos jenseits der menschlichen Erfahrungswelt zu stammen.

Entre les murs poussent les fleurs – Zwischen Mauern wachsen Blüten hervor, 1925
Frottage mit Bleistift / 20,7 x 16 cm
Bezeichnet u. M. a .d. Untersatzkarton: 1925 entre les murs poussent les fleurs max ernst
Inv.-Nr. 1995II.004 / Erworben 1995 mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen