Collection

Gallische Münzen

1. Jahrhundert v. Chr.

Treveri, Potin
21 mm, 3,70 g, Rand ausgebrochen
Inv.-Nr. M0021 / Gefunden in Neuss, Sels´sche Ziegelei

Die beiden aus einer Bronzelegierung mit hohem Zinnanteil gefertigten Münzen werden als Potinmünzen bezeichnet. Im Gegensatz zu römischen oder mittelalterlichen Münzen wurden sie nicht geprägt, sondern gegossen. Die eine Münze wird dem keltischen Stamm der Treverer zugeschrieben. Der stilisierte Krieger mit Lanze und Rundschild auf der Vorderseite kann als Abbild des gallischen Kriegsgotts Camulos gedeutet werden, den die Römer mit Mars gleichsetzten. Auf der Rückseite ist ein galoppierendes Pferd zu sehen. Die andere Münze aus dem Gebiet der Leuker, einem keltischen Stamm in Ostfrankreich in Nachbarschaft der Treverer, zeigt vorne einen stilisierten Kopf, auf der hier abgebildeten Rückseite dagegen einen Eber mit aufgestelltem Borstenkamm, einem in der keltischen Kunst häufigen Motiv. Die keltische Münzprägung ist stark durch die griechische beeinflusst. Viele Motive wie der stilisierte Kopf und das Pferd sind antiken Vorbildern entlehnt. Der Fundort der Münzen auf dem Gelände der frühen Militärlager lässt vermuten, dass die ersten, aus Gallien abkommandierten römischen Soldaten sie mit an den Rhein brachten.

Leuci, Potin
16,5 mm, 2,58 g, Rand ausgebrochen
Inv.-Nr. M0024 / Gefunden in Neuss, Sels´sche Ziegelei