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ENTSTEHUNG DES MODERNEN NEUSS

In der Frühen Neuzeit verliert Neuss an Bedeutung. Im Truchsessischen Krieg bricht 1586 bei der Erstürmung der Stadt durch die Spanier ein Brand aus und legt die mittelalterliche Stadt in Schutt und Asche.

In der Frühen Neuzeit verliert Neuss an Bedeutung. Im Truchsessischen Krieg bricht 1586 bei der Erstürmung der Stadt durch die Spanier ein Brand aus und legt die mittelalterliche Stadt in Schutt und Asche. Im Dreißigjährigen Krieg wird Neuss von protestantischen hessischen Truppen besetzt. Für den 1672 von dem französischen König Ludwig XIV. begonnenen Zitadellbau werden zahlreiche Gebäude abgetragen. Die prekäre wirtschaftliche Lage der Stadt verschärft sich. Am Ende der kurfürstlichen Zeit setzt in Neuss ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Er erhält durch die französische Besetzung des Rheinlands im Jahr 1794 zusätzliche Impulse, denn die nun eingeführte Gewerbefreiheit belebt das Handwerk. Der Wegfall vieler Zölle nach dem Anschluss der Rheinlande an das französische Kaiserreich fördert den Handel und lässt Neuss zu einem wichtigen Umschlagplatz für landwirtschaftliche Güter werden. Der Wirtschaftsboom macht die Schaffung eines leistungsfähigen Transportwegenetzes notwendig. 1835 lässt die Neusser Stadtverwaltung den Rheinhafen ausbauen, damit wieder größere Schiffe Neuss anlaufen können. Auch das Straßennetz wird verbessert. 1853 erhält Neuss Anschluss an die Bahnlinie Düsseldorf-Aachen. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts steht ganz im Zeichen der Industrialisierung. Vor allem im Neusser Hafengebiet entstehen zahlreiche Industriebetriebe, die vielen Menschen Arbeit bieten und für einen regen Zuzug aus dem Umland sorgen. Um 1900 leben etwa 30.000 Einwohner in Neuss.