VORSCHAU

 

Souvenirs, Souvenirs!

Reise- und Wallfahrtsandenken aus der Sammlung Feldhaus
23.7.2017. - 21.1.2018 im Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“ heißt es  in einem volkstümlichen Lied aus dem 19. Jahrhundert. Doch meistens bringen wir von unseren Reisen nicht nur Geschichten und Erfahrungen mit, sondern auch bleibende Erinnerungsstücke. Sei es im Rahmen einer Erholungs- oder Pilgerreise: Objekte von besuchten Orten mit nach Hause zu nehmen, ist schon seit Langem eine gängige Kulturpraxis. Souvenirs (franz. se souvenir – sich erinnern), Andenken oder Mitbringsel nennen wir Gegenstände, die den Zweck haben, Erinnerungen an die häufig schönste Zeit des Jahres lebendig zu halten.

Bis heute sind Andenken an Wallfahrten sehr beliebt. Am heiligen Ort gekauft dienen die Devotionalien als Erinnerung an die Reise. Ebenso konnte man durch die mitgebrachten Souvenirs die Daheimgebliebenen am Segen der Wallfahrt teilhaben lassen. Bemerkenswert sind Andenken wie beispielsweise Porzellanteller und -tassen mit Abbildungen, teilweise ergänzt um regional zuordenbare Grußworte. Die Mitbringsel wurden verschenkt oder schmückten die eigene Wohnung. Auch wenn die Objekte nicht zum engeren Sammelgebiet des Feld-Hauses zählen, finden sich dennoch einige gut erhaltene Stücke im Bestand. Künstlerreisen bilden einen eigenen Bereich innerhalb der Ausstellung. Auf den Reisen entstanden Skizzenbücher, um sich zu einem späteren Zeitpunkt der gesammelten Motive für komplexe Bildkompositionen zu bedienen.

Mit der Verbreitung der Postkarte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Ansichtskarten von Urlaubszielen an die Daheimgebliebenen gesendet. Neben dem Ziel sich bei Freunden und Verwandten „in Erinnerung“ zu rufen, dienen Ansichtskarten bis heute sowohl der Kommunikation als auch der Selbstdarstellung. Doch nicht immer zeigen die Sendungen beliebte Motive eines viel besuchten Urlaubsorts: Eine Postkartenserie aus dem französischen Angres dokumentiert die Verwüstungen einer zerbombten Stadt. Die Schwere der Kriegszerstörung vermittelt einen düsteren Eindruck und lässt die Kampfhandlungen noch einmal erlebbar werden.
Die Ausstellung im Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik präsentiert eine große Vielfalt an Souvenirs. An den Exponaten lässt sich die Motivation für die unternommene Reise bereist erahnen: berufsbedingt oder zur Erholung gedacht, fröhlich oder bedrückend. Die Schau macht Lust zu reisen. Zum Glück gibt es allerorts Souvenirs!