VORSCHAU

 

Walter Ophey.
Kalligrafische Landschaften

28.6.–7.10.2018
im Grafischen Kabinett

 

Der rheinische Künstler Walter Ophey (1882 -1930) begann im Alter von 18 Jahren sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie. Gemeinsam mit den Malern Julius Bretz, Max Clarenbach, Wilhelm Schmurr und anderen gründete er 1909 die Gruppe Sonderbund. Die im Mai 1912 in Köln eröffnete vierte Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes gilt als die bedeutendste Präsentation von Werken der europäischen Moderne vor dem Ersten Weltkrieg. Sie zeigte - gemeinsam mit Arbeiten der eigenen Künstlergruppe - Werke von van Gogh, Cézanne, Gauguin, Picasso, Bonnard und Paul Signac.
Ein wichtiges Ereignis zum Verständnis der besonderen Ausdrucksqualität der in unserer Kabinettausstellung präsentierten Landschafts-Zeichnungen ist Ophey‘s Parisaufenthalt im Herbst des Jahres 1911. Hier besuchte er neben dem  Louvre den Pariser Herbstsalon, wo auch Gemälde Heinrich Nauens zu sehen waren. Ophey teilte nun verstärkt die allgemeine Japanbegeisterung (Japonismus), welche die europäischen Künstler seit dem Ende des 19. Jahrhunderts erfasst hatte.
So erwarb er in Paris einige japanische Farbholzschnitte, deren „dekorative“ und vereinfachende Bildauffassung  ihn begeisterte. Die farbige bewegte Linie auf einer hellen Bildfläche erschien ihm nun als die radikalste Form eines spannungsreichen Verhältnisses von Figur und Grund. So führte ihn auch die Auseinandersetzung mit den stilistischen Besonderheiten der Japanischen Farbholzschnitte zu  einem individuellen und expressiven Zeichenstil.
Ab dem Jahr 1912 entstanden Landschaften und Veduten aus farbigen, oftmals lavierten Kreidelinien, deren bewegte Leichtigkeit fasziniert. Diese farbigen Partituren, deren formale Vereinfachung  der Künstler in den folgenden Jahren immer weiter intensivierte, erscheinen dem Betrachter als gelungene Entwürfe von zeitloser und  beinahe visionärer Qualität.

 

SAVE THE DATE:
Eröffnung der Ausstellung: Donnerstag, 28. Juni 2018, 18 Uhr


Erklär mir, Liebe!

8.7.–14.10.2018

 

Liebe ist wohl das stärkste und innigste Gefühl, das wir empfinden können und das unser Handeln maßgeblich lenkt und steuert. Wir alle empfinden Liebe und werden geliebt! In der Kunst fanden und finden Gefühle innerer Verbundenheit und Zuneigung schon immer Ausdruck. Davon zeugen nicht nur die vielen unterschiedlichen Darstellungen sich Liebender, die in der Ausstellung präsentiert werden: von melancholischer Zweisamkeit über heiteres Miteinander bis hin zu frivoler Annäherung. Die körperliche Liebe, das Begehren, wird insbesondere in den mythologischen Erzählungen der Antike thematisiert. Bis heute illustrieren Künstler die anspielungsreichen Texte mit ihren Bildern und greifen gerne auf die jahrhundertalten Stoffe zurück.

Liebesbeziehungen spielen freilich auch in religiösen Erzählungen eine zentrale Rolle. Die Liebe zu Gott und die Liebe Gottes werden immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Madonnendarstellungen zeigen Maria und Jesus oft in einem statischen Nebeneinander. Doch gibt es auch gefühlsintensive künstlerische Schöpfungen, die den Schmerz des unabwendbaren Verlusts spürbar machen.

Auch profane Darstellungen zeugen von der grenzlosen und bedingungslosen Liebe zwischen Eltern und Kindern. Darüber hinaus dokumentieren Künstler auch die Rituale um Liebesbeziehungen: auf einem Gemälde einer Hochzeitsgesellschaft oder mit einer amüsanten Skulptur eines Brautpaars.

Die bildende Kunst entdeckte noch zahlreiche andere, bewegende Momente in Liebesbeziehungen für sich: Emotional berührend sind Bilder, die von gescheiterten, tragischen Liebesbeziehungen berichten. So kennt jeder den unglücklichen Ausgang der Geschichte um Romeo und Julia. Der Tod nimmt unwiederbringlich, was wichtiger als alles andere im Leben ist.

Die Ausstellung zeigt entlang zahlreicher Exponate aus der großen hauseigenen Sammlung des Clemens Sels Museums Neuss, wie variantenreich Liebe zum Ausdruck kommt. Hier erkennt sich jeder wieder!

 

SAVE THE DATE:
Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 8. Juli 2018, 11.30 Uhr


IHRER ZEIT VORAUS!
HEINRICH CAMPENDONK - HEINRICH NAUEN - JOHAN THORN PRIKKER

18.11.2018–10.3.2019

Das Ausstellungs-Highlight des Jahres im Herbst/Winter 2018 ist die Wechselausstellung „Ihrer Zeit voraus! Heinrich Campendonk - Heinrich Nauen - Johan Thorn Prikker“. Sie thematisiert, wie das Rheinland – und mit ihm die Stadt Neuss – zu einer Keimzelle der internationalen modernen Kunstszene werden konnte. Im Fokus dabei stehen der Krefelder Künstler Heinrich Campendonk (1889-1957) und sein Lehrer, der Niederländer Johan Thorn Prikker (1868-1932) sowie der mit beiden befreundete Heinrich Nauen (1880-1940). Ebenso fließen Aspekte des Werkes von Peter Behrens in die Ausstellung ein. Die Künstler knüpften weitreichende Kontakte zu Kollegen, Mäzenen und Auftraggebern und wurden durch eine avantgardistische und kontrovers diskutierte Kunst international bekannt. Neben Gemälden und Zeichnungen entwarfen sie Textilien, Möbel, Wandbilder, Mosaike und Glasfenster für private und öffentliche Gebäude sowie Kirchen im Rheinland. Mit ihrem Streben nach einer Symbiose von freier und angewandter Kunst zu einem Gesamtkunstwerk nahmen sie bereits einen zentralen Gedanken des späteren Bauhauses vorweg.

In der Ausstellung wird mit mehr als 100 künstlerischen Arbeiten und Dokumenten – darunter prominente Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen aus dem In- und Ausland – das vielfältige und damals umstrittene Schaffen der drei heute arrivierten Künstler sowie ausgewählter Zeitgenossen veranschaulicht.

Mit der Ausstellung leistet das Clemens Sels Museum Neuss als offizieller Projektpartner einen Beitrag zu den NRW-weiten Feierlichkeiten zum Bauhaus-Jubiläum „Bauhaus100 im Westen“ des LVR.

 

 
SAVE THE DATE:
Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 18. November 2018, 11.30 Uhr