SAMMLUNG

NIEDERLÄNDER

Die Malerei der Niederländer erreicht im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt und wird in die Kunst der südlichen und der nördlichen Provinzen unterteilt.

Während der Süden, heute Belgien und Luxemburg, von dem berühmten Flamen Peter Paul Rubens und seiner Werkstatt in Antwerpen bestimmt wird, sind im holländischen Norden zahlreiche Künstlerpersönlichkeiten tätig. Die beiden wichtigsten Maler sind Rembrandt van Rijn in Amsterdam und Jan Vermeer in Delft. Ihr Schaffen fällt in die Epoche des „Goldenen Zeitalters“, des „Gouden Eeuw“, in der die Niederlande eine Blütezeit in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst erleben. Diesem Höhepunkt in der Geschichte der Republik liegt ihr Aufstieg zur weltumspannenden See- und Handelsmacht zugrunde. Die Kunstproduktion wird zum Spiegel des gesellschaftlichen und kulturellen Wandels, der die Niederlande zum Vorreiter und zur Weltmacht werden lässt. Das Bürgertum steigt in die Oberschicht auf, und auch einfachen Leuten wird es möglich, ihr Geld in Kunst zu investieren und so ihren neuen gesellschaftlichen Status zur Schau zu stellen. Es entsteht eine beispiellose Fülle an Kunstwerken, von denen heute leider nur noch ein kleiner Teil erhalten ist. Entsprechend den Vorlieben der bürgerlichen Auftraggeber bildet sich ein gesteigerter Realismus heraus und Porträts, Landschaften, Alltagsdarstellungen und Stillleben gewinnen gegenüber den traditionellen sakralen Bildthemen an Bedeutung. Infolge der Konzentration auf einzelne Sujets entwickeln sich neue Bildgattungen wie Seestücke oder das Trompe-l’œil, eine Dreidimensionalität vortäuschende Malerei.