Spröde oder fragil

Unterricht am Original

Neue Laufzeit bis Sonntag, 28.6.

"Wir müssen lernen, wieder mehr zu sehen, mehr zu hören und mehr zu fühlen."

(Olaf Gruschka, verantwortlicher Kunstlehrer am Erzbischöflichen Gymnasium Marienberg)

 

Unter diesem Leitsatz haben sich einzelne Kunstkurse am Erzbischöflichen Gymnasium Marienberg intensiv mit den ganz besonderen ästhetischen und formalen Möglichkeiten der Hinterglasmalerei beschäftigt. Die Schülerinnen entwickelten unter der Leitung ihres Kunstlehrers Olaf Gruschka als Reaktion auf die Ausstellung "Vorsicht Glas!" verschiedene Arbeiten, die vor allem durch ihre Sinnllichkeit bestechen.


Nach einem kleinen Einblick in die entstandene Ausstellung, kommen die Schülerinnen selbst zu Wort.

 

 

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1

Die Zeit als Dauer im Wandel.

 

2

Labil – Stabil – Indifferent
Zustände als architektonischer Entwurf

und Platzgestaltung.

 

3

Drei Glasscheiben ergeben ein illuminiertes
Farbsandwich als Tafelbild, das die vertrauten
und akzeptierten Gesetze der realen Welt außer
Kraft setzt. Gezeigt wird ein meditativ
ätherischer Farbnebel. Die Bilder verweigern sich
in ihrem Dasein der Interpretation.

 

4

Der Luftballon bewegt sich im Luftzug der Besucher

und erstellt eine kollektive Zeichnung auf der Glasplatte.

Beim Zeichnen stört eigentlich immer nur das Subjekt

des Zeichners. Hier entsteht der Zeichenprozess ohne

die sich dünkende Selbstherrlichkeit des Subjekts.

 

5

Mit der Lupe betrachtet.
Zeichnungen auf Objektträgern.

 

6

Der Kreis im Quadrat. Die früheste Theorie der
Kunst, die der griechischen Philosophen,
forderte die Kunst als Mimesis, als Nachahmung
der Wirklichkeit. An diesem Punkt stellte sich
zwangsläufig die Frage nach dem Wert der
Kunst. Denn die mimetische Theorie fordert
schon durch ihre Begriffe die Kunst auf, sich zu
rechtfertigen. Es scheint, als habe Plato diese
Theorie, die auf ihn zurückgeht, entworfen, um
damit den Wert der Kunst grundsätzlich in Frage
zu stellen.

 

Da nach seiner Vorstellung die gewöhnlichen

körperlichen Gegenstände selbst mimetische

Objekte waren, konnte für ihn auch die

gelungenste bildliche Darstellung eines Bettes

nur Nachahmung einer Nachahmung sein.
Für Plato ist Kunst weder besonders nützlich
(auf der bildlichen Darstellung eines Bettes kann
man nicht schlafen) noch im strengen Sinne
wahr. Tatsache ist, dass alles westliche Kunst -
bewusstsein und Reflektieren über die Kunst
sich bis heute an der geschriebenen Theorie der
mimetischen oder gegenständlichen Kunst
orientiert hat. Diese Theorie ist es, die die Kunst
als solche – jenseits des einzelnen Kunstwerks –
problematisch, verteidigungsbedürftig macht.
Und diese Verteidigung der Kunst wiederum ist
es, die zu der merkwürdigen Betrachtungsweise
führt, die das, was wir als „Form“ zu bezeichnen
gelernt haben, scharf trennt von dem, was man
uns „Inhalt“ zu nennen gelehrt hat, und die
überdies dem Inhalt die wesentliche, der Form
hingegen nur die beiläufige Bedeutung
zuerkennt.

 

 

 

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