–  Clemens Sels Museum Neuss

Selbst ist der Mann!

Erich Bödeker und Josef Wittlich

Gleich zwei künstlerische Positionen wurden in der Frühjahrsausstellung vorgestellt: Das malerische Werk von Josef Wittlich (1903–1982) und die Skulpturen des Bildhauers Erich Bödeker (1904–1971). Beiden Kunstschaffenden ist gemein, dass sie als sogenannte „naive“ Künstler gelten. Sie besuchten keine Kunstschulen oder Akademien. Als Autodidakten eigneten sie sich ihre Fähigkeiten selbst an und schufen ihre Werke frei vom Zwang inhaltlicher Vorgaben. Beide Männer verrichteten zum Broterwerb schwere körperliche Arbeit. Bödeker war Bergmann, musste diesen Beruf jedoch Ende der 1950er Jahre wegen Erkrankung an Silikose (Staublunge) aufgeben. Nahezu übergangslos widmete er sich der Bildhauerei. Schnell wurde man auf sein Werk aufmerksam. Josef Wittlich begann bereits in einer frühen Phase seines Lebens mit der Malerei. Bekanntheit erlangte er aber erst nach seiner zufälligen Entdeckung im Jahr 1967.

Nicht nur biographisch, sondern auch im Werk der beiden Künstler gibt es Parallelen. Sie reagieren mit ihrem Schaffen auf eine vielfältige Bilderwelt. Fotos prominenter Personen waren auf Illustrierten zu finden und dienten den Künstlern als Vorlage. So auch Bilder der englischen Königsfamilie. Wittlich zeigt die Figuren in grotesker Verzerrung. Bödeker formt gleich sechs Mitglieder der royalen Familie in Zement. Gezeigt wurden auch etliche Arbeiten, die sich thematisch nur einem der beiden Künstler zuordnen lassen. Zum Werk des Bildhauers gehören etwa Tierskulpturen, die ursprünglich im heimischen Garten Bödekers präsentiert wurden. Zum OEuvre Wittlichs zählen unzählige Schlachtendarstellungen, die nach Vorlagen aus Geschichtsbüchern entstanden sind. So reagieren beide Künstler auf ihre individuellen Bildwelten und ihre Umgebung.

In der Ausstellung wurde der freie und experimentelle Umgang der Künstler sowohl bei der Wahl ihrer Themen als auch bei der Verwendung und Verarbeitung der gewählten Werkstoffe sichtbar. Die unkonventionellen Arbeitsmethoden brechen mit bestehenden Normen und führen zu einer neuen, eigenen künstlerischen Ausdrucksweise.

Zahlreiche Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen ergänzten den hauseigenen Bestand an Werken der beiden Künstler.

gefördert duch die Innogy SE, einer Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers RWE

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