ab Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik

Endlich Schöner Wohnen

Farbige Öldrucke zwischen Kitsch und Kostbarkeit

Mit der Ausstellung „Endlich Schöner Wohnen. Farbige Öldrucke zwischen Kitsch und Kostbarkeit“ widmet sich das Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik ab dem 10. Mai 2026 in seiner nächsten Jahresausstellung den vielfältigen Facetten des Öldrucks.

Farbige Elfenreigen, röhrende Hirsche oder sentimentale Madonnenbilder – passend gerahmt und in teils besonderen Formaten wie dem sogenannten Schlafzimmerbild fand der farbige Öldruck um 1900 eine weite Verbreitung. Während sich viele der populären Bildmotive deutlich von musealer Kunst unterschieden, spezialisierten sich einige Firmen auf täuschend echte Faksimile-Drucke. Dank glänzender Firnisschicht und strukturierter Oberfläche waren sie für das ungeübte Auge von echten Ölgemälden kaum zu unterscheiden.

In hohen Auflagen produziert und gezielt vermarktet, hielten die Öldrucke Einzug in Arbeiter- und kleinbürgerliche Haushalte. Dort wurden die erschwinglichen Bildreproduktionen zum bevorzugten Wandschmuck – zur vielfach zitierten »Zimmertapete« des kleinen Mannes. Mit ihnen fanden bald auch Meister der Kunstgeschichte wie Leonardo da Vinci oder Raffael ihren Platz in kunstfernen und bescheidenen Wohnstuben.

Auf diese Weise trug der Öldruck wesentlich zur Verbreitung eines kunstgeschichtlichen Kanons bei, der zugleich an einen populären Massengeschmack angepasst wurde: Formate und Bildausschnitte wurden verändert, Farben kräftiger wiedergegeben, Motive bei Bedarf modifiziert. Die Popularisierung von Kunst war um 1900 dabei eng mit dem Anspruch der ästhetischen Erziehung breiter Bevölkerungsschichten verbunden. Angesichts der enormen Verbreitung der Bilder, reicht die Bedeutung des Öldrucks somit weit über den eines alltäglichen Dekorationsgegenstands hinaus.

Anhand von rund 80 teils selten oder erstmals gezeigten Exponaten aus der eigenen Sammlung sowie aus Privatbesitz wirft die Ausstellung »Endlich Schöner Wohnen« einen ebenso frischen wie nostalgischen Blick auf den farbigen Öldruck zwischen Kitsch und Kostbarkeit.

Das Ausstellungsprojekt wird von einem wissenschaftlichen Symposium (Fr./ Sa., 30. und 31. Oktober 2026) samt Publikation begleitet und entsteht in Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich 1472 »Transformationen des Populären« der Universität Siegen. Im Rahmen der Ausstellung werden überdies Lehrveranstaltungen am Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der Technischen Universität Dortmund sowie am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main angeboten.

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